Freitag, 9. Januar 2009

Japan, Kinderfeindlichkeit


Sollte jemals eine Liste über besondere Eigenschaften der Menschheit angefertigt werden, so sollte auch der Punkt der Neugier Erwähnung finden. Neugier, was wären wir ohne sie? Amerika wäre immer noch nicht entdeckt, das Rad würden wir nicht kennen, das Feuer würde noch immer ein Werkzeug des Himmels sein - doch gut ist, wenn man schließlich, rechtzeitig zu den Simpsons, wieder zu Hause ist.
Falls es dem aufmerksamen Leser entgangen sein sollte - nur um meine Reise richtig einzuordnen - entdecke ich gerade, mehr für mich als weniger für die Zivilisation, Japanesien. Heute morgen schließlich ist meiner Wenigkeit bewusst geworden, was ich aus Europa wirklich vermisse: Kinderriegel. Man stelle sich vor: Es gibt in Japan keine Kinderriegel!
Schon fast bin ich geneigt zu sagen, der Grund, warum Japan immer tiefer in den Strudel der Finanzkrise hineingerät, sind die fehlenden KinderRiegel. WIE SOLL MAN DENN SO ARBEITEN KÖNNEN, Kinder? Seit Tagen irre ich umher, durchforste die vorzüglichsten Süßigkeitenläden - und es gibt wirklich, wirklich richtig leckere japanische Süßigkeiten - doch nichts kann den Kinderriegel ersetzen.
Wer auch immer mir bei meiner Rückkehr einen Riegel reichen wird, den werde verklären bis zum meinem Ende...

Dienstag, 6. Januar 2009

Japan, erstes Mal

Das war der Wahnsinn! Soetwas ist mir zurvor noch nie wiederfahren! Ich meine, dass ist schon ein ziemlich überwältigendes Gefühl - und ich bin immernoch etwas echauffiert! Da liegt man gemütlich und kuschelig im Bett danieder und dann das! Erst ein ganz seichtes vibrieren, kaum merklich, dann das ganze Haus, die Türen, das Geschirr, alles zittert - im nächsten Moment: Totenstille.
Ja, das war es: Mein erstes Erdbeben. Die Statistiker haben Recht behalten. Deren Prognose besagt, dass durchschnittlich alle zwei Wochen Japan durch ein spürbares Erdbeben erschüttert wird. Gut, ich glaube, ich brauche das nicht dauernd, mal war es ganz nett...
Auf jeden Fall werde ich beim nächsten Beben versuchen, ein Bild zu machen!

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Japan, Gipfel

Das Japan ein Land ist, in dem Regeln groß und vor allen Dingen überall geschrieben stehen, dass dürfte dem geneigten Leser mittlerweile klar geworden sein. Ebenso den vielen japanischen Endnutzer. Das Aushängen von Regeln und Hinweisen scheint nur nicht mehr so ganz der Beachtung - und noch schlimmer, der Befolgung - beizutragen. Also wird zur Ermunterung der müden Gefolgschaft ein neues Modell zum Tragen kommen müssen. Sicherlich wäre hier das Einbringen von Farbe durchaus eine gangbare Methode gewesen. Wer aber Japan aus zahlreichen Klischees kennt, der weiß, das an Farbe hier zu allerletzt gespart wird und so auch nicht wirklich zur Beachtung beiträgt. Was also tun?
Richtig, die Angelegenheit wird einfach auf ein breiteres Fundament gestellt. Der Rahmen, in dem sich das Handeln bewegt, wird schlicht um schlicht in einfachen Lettern dargestellt. Denn bekanntermaßen kann schon das Flügelschlagen einer Mücke im Dschungel Sumatras Einfluss auf das Weltklima haben.
Damit wird aus dem einfachen Hinweis auf einem WC, es solle doch bitte das Licht ausgeschaltet werden, das hier:
Mit diesen Aussichten wünsche ich allen einen guten Rutsch und alles Gute für 2oo9.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Japan, Würze

Wie heißt es doch so schön: "Die kleinen Dinge machen die Würze"?! In der Tat, und obwohl dieser Eintrag passender in der Rubrik Sprichwörter untergebracht wäre, wage ich an dieser die Veröffentlich neuer, intimer Details aus meinem täglichen japanischen Leben.
Tatsächlich bin ich bislang völlig ahnungslos durch die Welt getapst! Immer mehr kommen mir Zweifel auf, wie unsere europäische Kultur überhaupt aus den ihren Höhlen heraus kommen konnte, da wir doch,  gelinde gesagt, überhaupt keinen Plan vom Leben ha(b/tt)en.
In Japan wäre es wohl ähnlich verlaufen, wenn nicht überall die dezenten Hinweise angebracht wären, wie das Leben gelebt werden darf respektive soll. Watch this:
Entscheidend ist aber die Erkenntnis, dass wir es auch hier mit einem Huhn, einem Ei und schließlich der Würze zu tun haben. Die Frage der Stunde: Wer ist eigentlich als erster Japaner aus der Höhle gekrochen und hat die ganzen Schilder aufgehängt, denen die Anderen folgen konnten? Der hatte doch auch keinen Plan - oder?

Dienstag, 16. Dezember 2008

Japan, Danke.

Für viele rücksichtsvolle Menschen stellt der Besuch bei Freunden, Verwandten und flüchtigen Bekannten oder gar fremden Ländereien eine Herausforderung dar: "Wie habe ich mich zu benehmen?" ist wohl die zentrale Frage der jeweiligen Stunde, wenn einem die Gastgeber wohlgesonnen bleiben sollen. Doch wenn schon der Besuch innerhalb desgleichen Kulturkreises eine Herausforderung ist, was ist dann, wenn der Besuch fremder Kulturen ansteht?

Das ist der Moment, an dem ich sagen kann, ich bin froh, in Japan gelandet zu sein. Hier wird einem - nicht direkt, vielmehr mittelbar durch einen Schilderwald - erklärt, wie ich wann was zu tun habe.

Jüngst hatte ich das Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen. Prinzipiell stellt der Besuch des stillen Örtchens niemand vor unlösbare Aufgaben. Doch in fremder Umgebung kann schon einmal unklar sein, was zu tun ist, gut, das es einen dezenten Hinweis gibt:

Danke, vielleicht wäre sonst etwas verkehrt gelaufen...

Sonntag, 14. Dezember 2008

Japan, Phase 1


"...the eagle has landed!" - direkt in Phase 1. Die Phase, in der bekanntlich alles toll, super, faszinierend, neu, anders, cool, et cetera ist. Bereits an dieser Stelle sei vermerkt, dass nach den ersten durchs Jetlag gefilterten Eindrücken Japanesien ungefähr dort liegt, wo ich es im letzten Jahr verlassen habe: ziemlich weit östlich. Und nach wie vor werden hier neben Kanshi auch japanische Schriftzeichen zur Bezeichnung verwendet, es kann sogar bestätigt werden, nach ersten Kontakten zur einheimischen Bevölkerung, dass Japanisch hier immer noch Amtssprache Nummer eins ist.  Mit diesen ersten Eindrücken gehen wir den Jetlag auskurieren. 

Freitag, 12. Dezember 2008

Japan, Teil 2

Es ist doch immer wieder die gleiche Geschichte: Jemand bringt etwas ganz groß raus, hat tierischen Erfolg damit, scheffelt Geld bis der Arzt kommt und dann - die Fortsetzung! Das Fortsetzungen im allgemeinen nicht das Niveau halten können ist bekannt und trotzdem versuchen sich viele daran.
Ich jetzt auch.
Am 12.12.2008 wird der Flieger gen Japan abheben - mit mir an Bord.